Sommer-Newsbreak

Bild: mediageno

Auch beim Bundesverband Internetmedizin ist Urlaubszeit – trotzdem haben wir heute ein paar Kurz-News zusammengestellt:

  • Das Tech- und Designmagazin Wired zeigt eine eindrucksvolle Designstudie eines Krankenhauses, wie es im Jahre 2020 aussehen könnte – unter diesem Link
  • Der Newsdienst imedicalapps spekuliert darüber, was die Apple iWatch zum Gesundheitswesen beitragen wird und wie – unter diesem Link
  • Das kroatischen Unternehmen iDerma stellt einen Teddybären her, der mittels Sensoren Vitaldaten von Kindern sammelt – mobihealthnews berichtet unter diesem Link
  • Mehrere am Montag veröffentlichte Studien kommen zu dem Schluß, dass Gesundheits-IT in den USA zunehmend genutzt wird, dass aber die Barrieren nach wie vor zu hoch sind, um wirklich von einer flächendeckenden Nutzung zu sprechen – ihealthbeat fasst die Ergebnisse unter diesem Link zusammen.

 


Geschrieben von am 23. Juli 2013
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ConceptArea 51: Wie es dazu kam, dass der Mediziner nicht mehr Arzt sein musste

von Markus Müschenich, Vorstandsmitglied Bundesverband Internetmedizin >> BLOG

Am 1. Januar 2023 war es an der Zeit für einen Paradigmenwechsel. An diesem Tag trat eine neue Verordnung in Kraft, nach der 50% der bis zu diesem Zeitpunkt exklusiv von Ärzten erbrachten Leistungen auch für andere Berufsgruppen freigegeben wurden. So konnten  z.B. die Therapie von Diabetikern, Bluthochdruckpatienten und an Demenz Erkrankter auch von nichtärztlichem Fachpersonal durchgeführt werden. Gleiches galt für Endoskopien, die im Rahmen der Vorsorge empfohlen wurden. Weiterhin standen verschiedene chirurgische Eingriffe – von der einfachen Leistenbruch-OP bis hin zu verschiedenen proktologischen Eingriffen –  auf der Substitutionsliste. Auch die Röntgendiagnostik wurde weitgehend von der Approbation und der radiologischen Facharztqualifikation abgekoppelt. Radiologie-Assistenten, die im Umgang mit entsprechenden Expertensystemen geschult waren, durften nun auch eigenverantwortlich Röntgenbilder, Computertomographien und MRT-Aufnahmen befunden. Keine Einigung konnte dagegen für die Herzkatheter-Interventionen erzielt werden. Obschon verschiedene Studien belegten, dass für die Durchführung von Stent-Implantationen kein Qualitätsunterschied zwischen Facharzt und Kardiologie-Assistenten erkennbar war, fand sich im Gemeinsamen Bundesausschuss keine Mehrheit, auch hier vom Substitutionsverbot abzurücken.

Wie es dazu kam: Das Nachdenken über die Notwendigkeit der Reduzierung des ärztlichen Leistungskatalogs begann wohl spätestens im Jahr 2013. Der Marburger Bund hatte in einer Online-Befragung unter Krankenhausärzten eine solch überproportionale Arbeitsdichte festgestellt, dass nicht nur die Qualität der Medizin, sondern auch die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit der Ärzte negativ beeinflusst wurden. Der damalige Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, konstatierte ein „alarmierendes Ergebnis“ und warnte in seiner geschätzten und sicher unnachahmlichen Art und Weise davor, dass Deutschland im Begriff sei, sich „in ein Land der Fließbandmedizin zu verwandeln“. Und auch in der ambulanten Medizin sah es nicht besser aus. Die Ergebnisse der Untersuchungen zu den Wartezeiten für Patienten auf einen Termin beim Facharzt waren erschütternd. Die Arztpraxen schienen derart überlaufen zu sein, dass es auch für Schwerkranke z.T. Wochen dauerte, bis sie einen Facharzt zu sehen bekamen. Und kaum im Sprechzimmer angekommen, fand man sich als Patient auch schon wieder hinauskomplimentiert ohne auch nur einen Bruchteil seiner Fragen und Sorgen artikuliert zu haben.

Entscheidend war aber wohl der Umstand gewesen, dass immer weniger Ärzte bereit waren, am „Fließband der Medizin“ zu stehen. Diese Mediziner versagten sich dem Hamsterrad in Klinik und Praxis, indem Sie entweder Dienst nach Vorschrift machten, ins Ausland gingen oder sich vollständig von der kurativen Medizin verabschiedeten.  So kam es, dass die Wartezeiten immer länger und die Qualität der Leistungen ebenso, wie die Zufriedenheit der Patienten, immer bedenklicher wurden.

Mittlerweile waren die ersten Ärzte der Generation Y in den Entscheidungsgremien der Berufspolitik aktiv und wurden zu den Verfechtern eines ärztlichen Leistungskatalogs, der mehr den Kriterien der ärztlichen Work-Life-Balance, als der Selbstausbeutung und dem Machtstreben früherer Ärztegenerationen Rechnung tragen sollte.

Die Anstrengungen der Qualitätssicherung in der Medizin hatten darüber hinaus dafür gesorgt, dass klare Qualitätskriterien festgelegt worden waren und die Approbation als Surrogat-Parameter für die medizinische Qualität immer mehr an Bedeutung verlor. Medizinische Expertensysteme und der Vormarsch der Internetmedizin (IBM stand im Jahr 2023 längst nicht mehr für einen IT-Konzern, sondern für Internet-Based-Medicine) hatten außerdem gezeigt, dass gute Medizin nicht immer davon abhängen musste, dass sich Arzt und Patient gegenüber saßen.

Die Vertreter der Politik sahen in der Bereinigung des ärztlichen Leistungskatalogs zu Gunsten paramedizinischer Spezialisten letztendlich auch eine Möglichkeit, ihren Wählern eine Strategie gegen den Ärztemangel vorzulegen und die Krankenkassen hatten schon früh die Senkung der Preise für solche Leistungen, die nun nicht mehr von Ärzten erbracht werden sollten, in ihre Zukunftsszenarien eingespielt.

Die Ärzteschaft war sich grundsätzlich einig: Der Leistungskatalog musste einem kritischen Review unterzogen werden. Die Fragestellung lautete: Welche Leistungen sollten auch zukünftig obligatorisch durch Ärzte erbracht werden und wo konnten gut ausgebildete nichtärztliche Fachkräfte eigenverantwortlich diagnostizieren und therapieren dürfen? Die Ärzteschaft zeigte dich ungewohnt kompromissbereit, doch eine Forderung galt von Anfang an als nicht verhandelbar: Um sich auf eine radikale Reduzierung des ärztlichen Leistungskatalogs zu einigen, mussten die verbliebenen Leistungen in der Vergütung deutlich aufgewertet werden. Mit dem Slogan „50% weniger arbeiten und 25% mehr verdienen“ zogen die Befürworter unter den Ärzten in die Abstimmung ihrer Gremien. Sie mussten zwar konstatieren, dass das durchschnittliche ärztliche Jahreseinkommen natürlich nicht um 25% steigen, sondern vielmehr sinken würde, doch trotzdem gaben Sie ihren Kollegen das Gefühl, ein gutes Geschäft zu machen. Und so wurde ein weiteres Paradigma in der Medizin ausgewechselt: Der Mediziner musste ab dem Jahr 2023 nicht mehr zwingend Arzt sein.

Man wird nun abwarten müssen, ob sich das neue Modell wirklich rechnet und – vor allem – ob sich die Qualität der Medizin und die Zufriedenheit der Patienten in die richtige Richtung entwickeln werden. Die Patientenvertreter sind sich in dieser Frage bereits einig: Wenn es nicht funktioniert, werden die Patienten sich zu wehren wissen. Denn der Patient des Jahres 2023 hat gelernt sich als Kunde zu positionieren, um endlich als Patient ernst genommen zu werden.


Geschrieben von am 16. Mai 2013
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Wie google glass die Medizin revolutionieren könnte

Der Einzug des Internets in die Medizin gestaltet sich noch zäh, das hält die großen Konzerne jedoch nicht davon ab, digitale Daten und Kommunikation mehr und mehr zu mobilisieren – Google Glass hat das Potential, „das nächste große Ding“ zu werden. In dem Blog ich-bin-arzt.de wird darüber spekuliert, wie die schlaue Brille die Medizin revolutionieren könnte – Auszug:

  • Der Chirurg kann Bilder live aus dem OP übertragen und so den Anwesenden oder auch Studenten zeigen, wie er die Operation durch seine Augen wahrnimmt, wie er vorgeht und wie die medizinische Versorgung in dem Moment generell vonstatten geht.

  • Bei Hausbesuchen kann der Pfleger den Zustand seines Patienten aufnehmen und direkt an den behandelnden Arzt schicken. Dies ist vor allem dann hilfreich, wenn es zu einem nächtlichen Einsatz kommt. Hier kann der Arzt Live-Instruktionen geben.

Die beleuchteten Beispiele (vollständiger Artikel hier) lassen in der Tat interessante Möglichkeiten erahnen – bevor diese tatsächlich Einzug halten können, müssen allerdings die altbekannten Hürden überwunden werden….

 


Geschrieben von am 30. April 2013
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Samsung Galaxy S IV Gerüchteküche – die Zweite

Das neue Samsung Galaxy S4 - Foto: Samsung

Es ist Zeit, mal mit dem Gerücht von neulich aufzuräumen – das Samsung Galaxy S 4 ist mittlerweile vorgestellt worden (aber noch nicht erhältlich) und erweist sich tatsächlich als „mhealth friendly“. Schon in der offiziellen Pressemeldung werden die Gesundheitssensoren als ein Kernfunktionsbereich dargestellt. Der genaue Umfang ist noch etwas nebulös, wie dieser Artikel zu berichten weiß. Aber man kann wohl schon mal davon ausgehen, dass zu den eingebauten Features ein Activity Tracker,  Temperatur- sowie Feuchtigkeitsmessungssensoren gehören. In Verbindung mit der entsprechenden Software werden so viele Wege des Monitorings eröffnet. Zum optionalen Zubehör gehören wohl ein zusätzliches Messungsarmband, eine Waage, ein Brustgurt sowie ein Pad zur Messung von Herzschlag und Glukoselevel. Auch die schon bestehende Gesundheits-App „S Health“ scheint umfangreiche Neuerungen aufzuweisen.

Resümieren kann man wohl schon mal, dass Samsung es mit seinen Plänen für den mobilen Gesundheitsmarkt durchaus ernst meint. Da Mitbewerber sicherlich nachziehen werden (das neue iPhone kommt voraussichtlich in diesem Herbst) ist damit ein weiterer Schritt zum Gesundheitsmanager für die Hosentasche getan. Das könnte spannende Bewegungen in der Entwicklerszene zur Folge haben.

 


Geschrieben von am 21. März 2013
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2057 – Die Medizin der Zukunft

Bildschirmfoto 2013-02-15 um 11.30.22

Die TV-Dokumentation „2057 – Unser Leben in der Zukunft“ ist mittlerweile schon fünf Jahre alt. Aber gerade deshalb ist es spannend, sich noch mal anzuschauen, wie weit wir uns der dort gezeichneten Vision der Medizin, wie sie in Zukunft aussehen könnte, in dieser Zeit schon angenähert haben. Man könnte fast die Prognose wagen, dass es nicht mehr 50, sondern vielmehr nur 25 Jahre dauern wird, bis unsere Versorgung so funktioniert.

Die Basis für diese „schöne neue Welt“ ist elektronische Vernetzung und die Möglichkeiten, die sie schafft, sind faszinierend und fast unglaublich. Leider hinterlässt der Beitrag auch einen bitteren Nachgeschmack, der sich in der Realität kaum anders darstellen wird: Eine Zukunft ohne Krankheiten und mit einem extrem verlängerten Leben ist möglich – aber nur für denjenigen, der es sich leisten kann.


Geschrieben von am 15. Februar 2013
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Connecting people to a healthy future

Bild: Kaiser Permanente

Bild: Kaiser Permanente

Wie sich der US-Krankenversicherer Kaiser Permanente eine Gesundheitsversorgung mit Netzwerktechnologie vorstellt, zeigt er diesem Film…..


Geschrieben von am 28. November 2012
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Telemedizin in der Sackgasse – Patient spricht Internet

Bild: www.foto-fine-art.de / Pixelio.de

Bild: www.foto-fine-art.de / Pixelio.de

BiM-Vorstandssprecher Sebastian Vorberg  weist in seinem Blog www.medizinanwalt.de auf die Gefahr hin, dass zur Zeit nicht mal die Telemedizin wesentlich dazu beiträgt, den Graben zwischen dem Gesundheitswesen und dem Patienten im Internet zu überbrücken…

Auszug

Alle marschieren hier im Gleichschritt durch die alten Schläuche der Seilschaft. Man klopft sich auf die Schulter und man wird auch den Markt der Telemedizin in bekannter Manier unter sich aufteilen. Und kommt da mal ein Dr. Ed, als aus England agierender elektronischer Gesundheitsanbieter, um die Ecke und versucht außerhalb der Truppe sein Glück, so finden sich Wege, dem Teufel die Hörner aufzusetzen, um schließlich das Gute an solchen Vorstößen für eigene eingereihte Initiativen zu nutzen. So hat das schon immer geklappt.

Hier können Sie weiterlesen….


Geschrieben von am
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Gehört die Zukunft Dr. Google?

BiM-Vorstandsmitglied Dr. Markus Müschenich ist in der Dezember-Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts mit einem Artikel zum Thema digitale Zukunft des Gesundheitswesens vertreten:

Auszug:

So viel ist klar: Mit Kunden geht man besser um als mit Patienten. Doch die Geschichte lehrt uns: Auch vermeintlich Schwächere wehren sich, wenn die Zeit gekommen ist. Und genau das passiert. Patienten beginnen sich zu wehren und suchen nach Angeboten und Strategien, um das Heft des Handelns selbst in die Hand zu nehmen.

Lesen Sie weiter beim Deutschen Ärzteblatt Online….

 


Geschrieben von am 10. Oktober 2012
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