“Internetmedizin ist eHealth weit voraus”

markus_mueschenich_privat

07.09.2015  “Die Internetmedizin ist dem, was wir heute als eHealth bezeichnen so weit voraus, wie Google dem Brockhaus”, sagt Markus Müschenich, Vorstand Bundesverband Internetmedizin und Managing Partner von Flying Health, im Exklusiv-Interview mit VWheute. So wisse man bereits heute, “was in fünf Jahren in unserem Gesundheitswesen los sein wird.” weiter lesen

www.versicherungswirtschaft-heute.de

 


Geschrieben von am 8. September 2015
Kennzeichnung: , , ,

Quo vadis Gesundheit: Die Health2.0Con in London

Das gut gefüllte Auditorium

Vom 18. – 19. November fand wieder eine der hochkarätigsten Veranstaltung der internationalen Health-Startup-Szene statt: Die Health2.0Con machte auf ihrer Roadshow diesmal Halt in London, nachdem sie in 2012 in der Berliner Charité zu Gast gewesen war. Unter dem Dach des Mermaid Center, einer Konferenzlocation mitten in der City, fanden sich erneut mehrere hundert Gäste und Speaker zusammen, um sich über die Vielfalt der wachsenden e- und m-health Branche auszutauschen.

Die Keynote gab kein geringerer als Tim Kelsey, National Director of Patients and Information des NHS und damit Chefkoordinator für die flächendeckenden Einführung von Technologie in bestehende System- und Behandlungswege. Das noch im Aufbau befindliche NHS-eigene Gesundheitsportal NHS Choices verzeichnet mittlerweile schon rund 1 Million Zugriffe täglich – für ihn der Beweis, dass nicht nur Bedarf, sondern auch die Kooperationsbereitschaft in der Bevölkerung sehr hoch sind.

Bei der Vorstellung der verschiedenen internationalen Konzepte wurde deutlich, dass Anwendungen für die Quantified Self-Bewegung nach wie vor das große Trendthema sind. Eine Vielzahl von Dokumentationsapps in Verbindung mit Sensoren machen das Durchmessen des Körpers und die Dokumentation von Leistungen mittlerweile sehr einfach. Auch gab es einiges an Ideen zu sehen, die eine große Nähe zu Social Media aufweisen.

Allerdings wurde auch erneut deutlich, dass zwar viele innovative Ideen entwickelt werden, aber noch nicht wirklich viele davon schon erfolgreiche Geschäftsmodelle vorweisen können. Die Gründe hierfür sind überall die gleichen: Entweder sind die Patienten Kostenträger und die Anwendungen hier den normalen Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage unterworfen, oder Staat und Versicherungen verhalten nach wie vor zögerlich. So mühsam und ärgerlich das auch für Entwickler ist, so nachvollziehbar sind die Gründe dafür auf Kostenerstatterseite. Der Gesundheitsmarkt ist kein Markt wie jeder Andere – noch sind Entwickler in der Bringschuld, die Wirksamkeit ihrer Anwendungen auch nachzuweisen. Bis hier die Dämme brechen, bleibt es ein zähes Ringen um Kooperationen, Partnerschaften und Zuschüsse. Die Hoffnung bleibt, dass der Entwicklerszene das wachsende Interesse brancheninterner und -externer Investoren erhalten bleibt, um auf der langen Zielgeraden nicht schlapp zu machen.

Wir trafen Veranstalter Pascal Lardier im Rahmen der Health2.0Con zum Interview. Der gebürtige Franzose ist Gründer und International Director der Kongressreihe und damit ein Kenner der internationalen Szene von Entwicklern und Investoren.

BiM: Dieses Jahr hat sich die Szene wieder in London getroffen – wie waren Ihre Erfahrungen in Berlin in 2012?

PL: Berlin ist eine fantastische Stadt – die Start-Up Szene hat einen guten Geist und speziell im Bereich Anwenderdesign habe ich unglaubliche Sachen gesehen. Ich weiß nicht, ob es überall in Deutschland so ist, aber in Berlin herrscht echte Aufbruchsstimmung. Auch was die Vertreter des Gesundheitswesens anging, haben wir gute Erfahrungen gemacht. Von der Charité war Kai Sostmann da, der im Klinikum für Social Media zuständig ist. Das Ökosystem scheint mir schon sehr weit entwickelt – es waren Pharmavertreter da, Kliniken und sogar Repräsentanten von Versicherungen. Was für uns an Berlin am spannendsten war, war die Teilnahme vieler Entwickler aus ehemaligen Ostblockstaaten. Dort gibt es extrem innovative und talentierte Ideenschmieden.

BiM: Durch das sektorierte deutsche Gesundheitswesen gestaltet sich Innovation im Moment noch zäh – glauben Sie, dass der deutsche Markt schwieriger ist als andere?

PL: Wir haben mittlerweile 17 regionale Chaptervertreter auf der ganzen Welt – ich glaube, keiner von denen würde berichten, dass es in seiner Ecke der Welt einfacher sei als anderswo. Bestimmt 55 % unserer Teilnehmer hier in London kommen aus Großbritannien, und obwohl der NHS Technologie willkommen heißt, bedeutet das nicht, dass es einfacher sei, mit ihm ins Geschäft zu kommen. In Frankreich führt kaum ein Weg am staatlichen Versicherungswesen vorbei, was ein extrem schwieriger Navigationsbereich ist, wenn man nicht sehr gut persönlich vernetzt ist. Fazit: Ich könnte spontan nicht sagen, ob es irgendwo auf der Welt bessere Bedingungen für Entwickler gibt als anderswo.

Für Deutschland kann ich nur meinen Eindruck schildern, dass mir die Versicherungswelt eigentlich recht offen erscheint, einzelne Projekte zu fördern, wenn sie denn sinnvoll sind. Zusätzlich haben deutsche Entwickler den Vorteil der Förderung durch die Pharmaindustrie – Bayer hat z. B. ein Innovationsprogramm namens „Grants4Apps“, das künftig einiges möglich machen wird. Ich glaube, dass auch außerhalb des Kostenträgersystems eine Menge möglich ist. Man darfnicht vergessen, dass Patienten auch Konsumenten sind – wenn ich als Patient einen Mehrwert in einer Anwendung sehe, dann warte ich nicht darauf, dass mir meine Versicherung oder Klinik diese schenkt, sondern ich bezahle selbst dafür.

BiM: Abgesehen von diesen Problemen ergibt sich mittlerweile für Entwickler noch ein neues Problem, nämlich das des wachsenden Wettbewerbs untereinander. Was wird aus Ihrer Sicht künftig einen Erfolg von einem Mißerfolg unterscheiden?

PL: Das erste, was mir einfällt, ist das Design. Besonders alles, was sich an Patienten richtet, wird nach anderen Gesichtspunkten als „gut“ bewertet als „nur“ für seinen medizinischen Mehrwert. Es ist nicht so, dass etwas automatisch genutzt wird, nur weil man es zur Verfügung stellt. Wenn man es angenehm für Auge und Anwendung macht, wird es mit Glück ausprobiert. Wenn man es richtig cool macht, geben Patienten eventuell sogar Geld aus, um es zu haben. Anwendungen, die eher auf Leistungserbringerseite implementiert werden, sollten von soliden wissenschaftlichen Nachweisen begleitet werden. Der medizinische Mehrwert muss mehr sein als eine Behauptung. Die Szene sollte gemeinsam daran arbeiten, für diese Vorgänge auch Standards zu entwickeln. Wenn man sich im Vergleich dazu die Einführung neuer Medikamente anschaut, so geschieht diese ja auch nach klaren Richtlinien. Das sollte eigentlich einer der nächsten Schritte sein.

 

 

 


Geschrieben von am 20. Dezember 2013
Kennzeichnung: , , , , ,

Sommer-Newsbreak

Bild: mediageno

Auch beim Bundesverband Internetmedizin ist Urlaubszeit – trotzdem haben wir heute ein paar Kurz-News zusammengestellt:

  • Das Tech- und Designmagazin Wired zeigt eine eindrucksvolle Designstudie eines Krankenhauses, wie es im Jahre 2020 aussehen könnte – unter diesem Link
  • Der Newsdienst imedicalapps spekuliert darüber, was die Apple iWatch zum Gesundheitswesen beitragen wird und wie – unter diesem Link
  • Das kroatischen Unternehmen iDerma stellt einen Teddybären her, der mittels Sensoren Vitaldaten von Kindern sammelt – mobihealthnews berichtet unter diesem Link
  • Mehrere am Montag veröffentlichte Studien kommen zu dem Schluß, dass Gesundheits-IT in den USA zunehmend genutzt wird, dass aber die Barrieren nach wie vor zu hoch sind, um wirklich von einer flächendeckenden Nutzung zu sprechen – ihealthbeat fasst die Ergebnisse unter diesem Link zusammen.

 


Geschrieben von am 23. Juli 2013
Kennzeichnung: , , , , ,

Gesundheit hält Eintritt in die Gründerszene

Dr. Markus Müschenich

BiM-Vorstandsmitglied Dr. Markus Müschenich hat anlässlich der Gründung seiner Beteiligungsgesellschaft „Flying Health“ dem Deutschen Ärzteblatt ein Interview gegeben – Auszug:

„Spannend war für mich, dass sich viele junge Unternehmen in den USA zunehmend auf E-Health-Anwendungen spezialisieren. Meiner Meinung nach erkennt man das an mehreren Entwicklungen. Erstens daran, dass Kapitalgeber im ersten Quartal 2013 dafür genau doppelt so viel Finanzmittel bereitgestellt haben wie im letzten Quartal 2012. Zweitens finden sich mehr und mehr Risikokapitalgeber, die sich auf das Thema Gesundheit spezialisieren.“

Das vollständige Interview finden Sie hier….


Geschrieben von am 3. Juli 2013
Kennzeichnung: , , ,

Müschenich: AMBULANT oder STATIONÄR oder INTERNET

Dr. Markus Müschenich

In einem aktuellen Blogeintrag widmet sich BiM-Vorstandsmitglied Dr. Markus Müschenich noch mal dem bisher zurück gelegten und vor uns liegenden Weg der elektronischen Medizin – Auszug:

Das konservative Regelwerk des deutschen Gesundheitswesens reicht allerdings noch nicht aus, um die Chancen dieser neuen Welt zu nutzen aber auch und die wirklichen Gefahren abzuwenden. Deshalb dominiert häufig noch die Taktik des undifferenzierten Beißreflexes gegen diese neue Welt der Medizin. In wenigen Jahren allerdings wird der Begriff der Internetmedizin als „Ortsbezeichnung“ der Leistungserbringung so in die Alltagssprache eingehen und selbstverständlich werden wie der Begriff Krankenhaus, Arztpraxis oder Apotheke.

Vollständiger Artikel hier.

Besonders interessant wird dieser Ausblick vor dem Hintergrund der gerade vermeldeten und nahezu absurd anmutenden Nachricht des größten deutschen Telekommunikationsanbieters, DSL-Neuverträge nur noch mit automatischer Drosselung anzubieten. Nicht wenige sehen darin den Anfang vom Ende des freien Internets in Deutschland, zumindest dann, wenn andere Anbieter dem Beispiel folgen sollten. Tatsächlich bedeuten verminderte Bandbreiten nicht nur neue Hürden für Internetmedizin, sondern auch für Bildungs- und Unterhaltungsangebote sowie eCommerce und so ziemlich alles andere, was sich im Internet abspielt. Es bleibt abzuwarten, ob der Konzern über diese Hintertür tatsächlich eine Entwicklung entschleunigen kann, die nicht wenigen Menschen an Entscheiderpositionen zu schnell geht, oder ob er sich damit nur ins eigene Bein schießt – die Kunden werden hier ein Wörtchen mitzureden haben.


Geschrieben von am 23. April 2013
Kennzeichnung: , , ,

Eric Topol – Vordenker der digitalen Gesundheit

Die Online-Ausgabe des Forbes Magazine hat ein kurzes, aufschlussreiches Interview mit dem amerikanischen Vorreiter der digitalen Gesundheitsbewegung, Dr. Eric Topol, veröffentlicht.

What is the role of the consumer / patient in driving digital health?

We are ending the era of medical information asymmetry, with most/all information in the doctor’s domain. The consumer is now center stage—he/she will drive this new medicine with a rebooted model of physician partnership. It is the consumer’s data, the consumer’s smartphone, and the consumer’s choice of who, when and how to share.

Das englischsprachige Interview können Sie in voller Länge unter diesem Link lesen.

Wir empfehlen in diesem Zusammenhang Topol’s Buch „The Creative Destruction of Medicine – How the digital revolution will create better healthcare“. Mehr Info und Bestellmöglichkeiten finden Sie unter diesem Link. Sein TEDTalk mit deutschen Untertiteln kann hier online angeschaut werden.


Geschrieben von am 5. Februar 2013
Kennzeichnung: , , , , , ,